Der Havaneser gilt als vergleichsweise gesunde Kleinhundrasse. Genau deshalb ist er der ehrlichste Prüfstein für ein Zuchtprogramm.
Der Havaneser ist ein kleiner, lebhafter, kurzbeiniger Hund, dessen Körper von einem langen, üppigen und weichen Haarkleid bedeckt ist. Sein Format ist etwas länger als hoch. Ungewöhnlich ist, dass sein Wesen ausdrücklich zum Rassemerkmal erklärt wird: außergewöhnlich lebhaft, zärtlich, fröhlich, liebenswürdig.
Varietäten gibt es keine, weder in der Größe noch in der Haarart. Erlaubt ist dafür eine große Farbvielfalt.
Der Havaneser hat den Ruf, robust zu sein. Bei einer solchen Rasse ist die Versuchung groß, sich auf diesen Ruf zu verlassen, die Untersuchungen zu kürzen, weil ohnehin selten etwas herauskommt.
Die züchterische Strategie dieses Programms tut das Gegenteil: Sie zielt darauf ab, den Ruf zu erhalten und zu festigen, indem die bekannten Schwachstellen systematisch kontrolliert werden. Ein guter Ruf ist kein Erbgut. Er ist der Zwischenstand einer Population, die jemand im Auge behält.
Kontrolliert wird deshalb das, was bei kleinen Hunden erfahrungsgemäß auftritt: das Knie, an dem die Kniescheibe aus ihrer Führung springen kann, die häufigste Gelenkerkrankung kleiner Rassen. Die Augen, wegen einer erblichen Linsentrübung, der bekanntesten Augenerkrankung dieser Rasse. Das Herz, abgehört bei jeder Untersuchung und mit Ultraschall weiterverfolgt, sobald ein Geräusch auffällt. Dazu der Zahnstatus und die Haut.
Das lange, feine Haarkleid ist das Erkennungsmerkmal des Havanesers — und es ist zugleich seine empfindlichste Stelle. Wird es vernachlässigt, verfilzt es, und aus Verfilzungen werden schmerzhafte Hautprobleme. Das beeinträchtigt das Wohlbefinden des Tieres genauso wie eine Erbkrankheit, nur dass es niemand vererbt hat.
Deshalb steht in diesem Programm ein Punkt, den man dort nicht erwartet: die Aufklärung der Züchter über die Notwendigkeit intensiver Fellpflege. Ein Züchter, der das weitergibt, gibt mehr weiter als einen Pflegetipp.
Und weil die Haut einer langhaarigen Rasse besonders zählt, ist das Programm an einer Stelle bewusst streng: Bei einer entzündlichen Erkrankung der Talgdrüsen gibt es keine bedingte Zuchttauglichkeit. Schon der begründete Verdacht schließt aus.
Robust bleibt eine Rasse nur so lange, wie jemand nachsieht. Der Unterschied zwischen einer gesunden Rasse und einer, die einmal gesund war, ist keine Frage des Glücks — sondern die Frage, ob über Generationen hinweg jemand untersucht, dokumentiert und daraus Schlüsse zieht.
Ein acht Wochen alter Havaneser zeigt Ihnen sein Wesen — und sonst nichts. Nicht das Knie, nicht die Linse, nicht das Herz, und schon gar nicht die Hautgesundheit seiner Elterntiere. All das entscheidet sich vor dem Wurf.
Sie müssen dafür keine Befunde lesen und auch nicht danach fragen. Ob die Elterntiere nach dem Programm dieser Rasse zuchttauglich befundet waren und ob die Verpaarung zulässig war, steht im Zertifikat des Welpen. Auf der Urkunde steht ein Kontrollcode: Den tippen Sie auf der ZEUS-Website ein und sehen selbst, ob das Zertifikat echt ist und zu diesem Hund gehört. Für Sie kostenlos.